Abschied nehmen…

lebendich.

Abschied nehmen… weitergehen….

Einerseits …

… neigen wir manchmal dazu, Menschen, die wir geliebt und verloren haben, auf ein Podest stellen. Wir erinnern uns dann beinahe nur noch an die guten Erlebnisse und schönen Seiten, der unerreichbare Mensch wird quasi ein bisschen zu etwas “Heiligem”. Ob ein ungewollter Abschied, oder auch, wenn es ein gewollter Abschied war, es ist beinahe immer schmerzlich. Schade, wenn man nicht loslassen kann und Vergangenes verklärt. Erinnere dich, auch dieser Mensch war nicht perfekt. Nur dann ist es möglich, freier zu werden, denn…

…mit Heiligen kann niemand mithalten, so kann nie jemand an diesen Menschen herankommen. Das traurige ist, wir nehmen uns selbst die Chance, weiter zu gehen, der Platz an deiner Seite ist von einem Phantom oder Heiligen besetzt.

Andererseits …

… trifft manchmal genau das Gegenteil zu – es wird die Zeit mit einem ehemals geliebten Menschen ganz schlecht gemacht. Man findet nur noch Fehler, hat es “eh immer gewusst”, es hat “eigentlich eh nie gepasst”… “vergeudete Zeit”

…  auch wenn die Zeit am liebsten ausgelöscht wäre – sie ist ein Teil unseres Lebensweges. Ja, wir hatten auch in diesen Menschen und diese Zeit Träume und Sehnsüchte investiert und wahrscheinlich auch einen Teil davon gelebt. Und wir durften viel lernen, vor allem über uns selbst.

In beiden Fällen hängen wir in der Vergangenheit fest. Wird der Blickwinkel eng, tut das vor allem dir selbst nicht gut. Egal, ob die Zeit Erinnerungen schöner oder schwärzer färbt, als sie tatsächlich waren, wir verbauen uns so ganz sicher den Weg zu etwas Neuem, Lebendigen.

Möchtest du da raus?

Manchmal braucht es Zeit, manchmal einen guten Freund, Traurigkeit … alles zusammen.

Bis wir uns erinnern und sehen, auch dieser Mensch war ein Mensch wie du und ich. Er oder sie hat etwas in uns eingeladen, sich mit ihm einzulassen. Vielleicht

  • hat uns dieser Mensch gezeigt, wie schön und leicht das Leben sein kann
  • wie schwer und kompliziert
  • haben wir viel Neues kennengelernt
  • musste alles “wie immer” bleiben, weil Veränderungen Angst machten
  • haben wir ein paar Tage oder viele Jahre mit diesem Menschen verbracht – die Dauer sagt nichts über die Tiefe aus.

Was auch immer es war, es ist nicht mehr

Es tut gut, diese vergangene Beziehung mit der Zeit zu betrauern. Trauer kann sehr heilsam sein. Trauer hilft Abschied nehmen. Trauer hilft zu verarbeiten und zu akzeptieren – es ist vorüber.

Natürlich war es schön und etwas ganz besonderes. Aber dieser eine Mensch ist nicht mehr da. Lass los.

Es darf jedoch auch jetzt wieder schön werden – auch wenn sicher anders schön wird.