Spielräume finden

lebendich.

In diesem Blog geht es darum, die eigenen Möglichkeiten wieder zu entdecken. Spielräume und Freiheiten, die wir manchmal nicht mehr wahrnehmen. Die Lebendigkeit, die so gut tut. Begeisterung und Freude.

Gewohnheiten und Spielräume entdecken..

Letztens erzählte mir eine Frau in den besten Jahren, sie verbringe die meiste Freizeit an den Wochenenden zu Hause oder im Garten. Sie würde gerne mehr unternehmen, wisse nicht, warum sie so “träge” sei. Sie möchte mehr Spielräume haben. Es stellte sich recht bald heraus, sie war es über viele Jahre gewöhnt, für ihre Kinder “in Rufweite” sein zu wollen. Allerdings: die Kinder sind längst erwachsen und leben ganz wo anders. Die Gewohnheit war ihr so in Fleisch und Blut über gegangen, dass sie diese unbewusste Erwartung weiterhin erfüllte. Sie schränkte sich selbst ein, wo sie es garnicht mehr muss und möchte.

Nein, diese Frau ist nicht besonders festgefahren. So funktionieren wir alle.

Ein anderes Beispiel: Loslassen

Ein aktiver und bewusst lebender Mann in den 40ern erzählte, er sei mittlerweile seit 3 Jahren selbständig. Er könne kaum glauben, er beginne jetzt endlich langsam, seine Zeit freier einzuteilen und sich nicht mehr nach gewohnten Arbeitszeiten/Pausen zu richten. Jetzt genieße er es, seinen eigenen Rhythmus zu entdecken und so ganz neue Höchstleistungen – aber auch echte Ruhepausen – zu genießen. Manchmal geht er vormittags laufen, morgens um 05.00 sei er besonders kreativ. Das sind Spielräume.

Sehnsucht nach genug

… immer öfter sehnen wir uns nach Zeiten in denen wir selbst wählen können, wonach uns wirklich zumute ist. Nach entspannten, leichten Augenblicken und Möglichkeiten, nach Spielräumen. Vielleicht auch mal einfach nichts sinnvolles zu tun, sondern etwas, das gerade richtig Spaß macht!! Oder so konzentriert zu arbeiten, wie es uns am leichtesten fällt. Wir werden ständig verführt, uns auf die Spielfelder anderer zu begeben, sie zu unterstützen und deren Verantwortungen zu übernehmen, uns deren Kopf zu zerbrechen, in deren “Film” mit zu spielen.

Klang es vor einigen Jahren noch “wichtig”, wenn jemand “ständig im Stress” war, ist es heute quasi für alle Gewohnheit, von jung bis alt, früh bis spät. Das ist völlig gegen unser Wohlgefühl. Der Stress entsteht zu einem guten Teil, wenn wir versuchen, die Erwartungen der anderen zu erfüllen, und hier gibt es selten ein GENUG.

Weder beim Chef, noch den Lieblingsmenschen, den Kindern, den Eltern oder im Freundeskreis, ganz zu schweigen von der Gesellschaft und der Wirtschaft, dem sozialen Gewissen…. !! Es ist nie genug. Wir leben in einer dichten, schnellen Zeit und lernen hoffentlich langsam, mit den vielen Informationen sinnvoll umzugehen. So, dass wir uns wieder auf das persönlich Wesentliche konzentrieren können.

Langsam näheren wir uns dem wahren Räuber von

lebendigen Spielräumen und entspannter Leichtigkeit 

Das sind meist – erraten – wir selbst! Unsere bewussten und unbewussten Erwartungen, inneren Glaubenssätze, Muster, Gewohnheiten. Und natürlich unsere meist unbewussten Schalthebel: gebraucht werden, Anerkennung bekommen, gesehen werden, besser sein,… Statt uns klar zu machen, was wir wirklich wollen und was uns richtig Spaß macht.

3 Tipps für mehr Spielräume

  • in stressigen Zeiten unbedingt aufschreiben, was du machen möchtest, wenn du irgendwann mal endlich Zeit findest – es kann sein, du weißt es dann nicht mehr, wenn du plötzlich Zeit hast!
  • stell dir eine einzige Frage – zumindest 5 x täglich: Wer sagt, dass ich das jetzt wirklich so tun muss? Tipp: Lass dich zu Beginn vom Handy erinnern…
  • gönne dir abends vor dem zu Bett gehen ein paar Minuten um den Tag zu reflektieren und zu notieren: Was hat mir heute wirklich Freude gemacht?

“Happiness shouldn’t be a goal, it should be a habit!” (Richard Branson)