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Lebendich steht für Lebendig. Für Lebend ich.
Für Leben dich. Für..????

Auf der Suche nach Geborgenheit und Gänsehaut – Das erste Dating-Treffen

Auf der Suche nach “DEM einen Mann”… völlig neue Welten haben sich aufgetan… 5 Frauen zwischen 32 und 54 auf der Suche … auf Tinder, Parship, Wiener Singles,…

Seit den Frühlings- und Sommermonaten durfte ich einige Frauen in Beratungsgesprächen durch diverse Dating-Plattformen und Beziehungsanbahnungen begleiten. Jede einzelne der Frauen ist voll motiviert virtuell auf Partnersuche gegangen. Die Wünsche waren ähnlich, wenngleich 2 Frauen noch Kinder wollen, 3 nicht mehr.

Nach einigen Monaten mit bunten Erfahrungen lernten die Frauen einander persönlich kennen und zogen bei dem einem oder anderen Gläschen Wein eine erste schonungslos ehrliche Zwischenbilanz…

Spot on – was gesucht wurde – Scannerblick

Alle 5 wollten zu Beginn den einen besonderen Mann finden, mit dem sie zukünftig möglichst lange und stabil eine Beziehung leben wollen,…. die Wunschlisten aller Frauen sahen ungefähr so aus – eine Beziehung mit Stabilität und Freude, ähnlichen Lebensentwürfen und Interessen, der Sex muss passen, guten Gesprächen, Verlässlichkeit, ein klares Commitment für einander … Reihenfolge zufällig 😉 Allen Frauen ist aufgefallen – seit sie virtuell begonnen haben, Männer rasch einzuschätzen, als Option oder nicht, sehen sie Männer auf der Straße oder im Alltag generell anders an – mit einer Art Scannerblick.

Eine Frau wollte wollte Gewissheit über die Zukunft finden, bevor sie sich auf Zärtlichkeit und Nähe einlässt. Eine der Frauen wollte auch endlich wieder Sex, den sie Jahre vermisst hatte, und sagte am Weg zum Prinzen/König, darf es durchaus Vergnügen geben. Eine Frau überlegt, ob Polyamorie (mehrere gleichzeitig lieben dürfen) ein Lebenskonzept für sie wäre. Allen gemeinsam ist die Frage…

…wie gelingt gute Annäherung?

Alle Anbahnungen beginnen mit einem Chat, so sieht es jede Plattform vor. Weniger talentierte oder wortkarge Menschen tun sich hier schwer – Hut ab vor allen, die ehrlich sagen: schreiben ist nicht meines, lass uns reden. Ein bisschen Wortwitz und Schreibtalent sind hier eindeutig von Vorteil. Wortkarge und schreibfaule Männer haben ehrlicher Weise keine Chance – zumindest nicht bei diesem Quintett.

4 Frauen warten nach einem “Match”, dass er sich zu Wort meldet – ungefähr die Hälfte der Männer tut das auch, die andere nicht. Warum auch immer. Eine der Frauen macht das selbst. Klar, direkt: “Ich finde dich interessant – wann wollen wir uns treffen?” Das scheint vielen Männern zu direkt, die wenigsten antworten.

Träume entstehen beim Schreiben

Alle wechseln lieber rasch auf einen anderen Messenger Kanal – vorsichtige ohne Telefonnummer, andere telefonieren lieber rasch. Sara, 43, erzählt: “Unglaublich – stellt euch vor: ich habe 10 Tage mit einem Mann geschrieben, über Parship. Täglich. Mehrfach. Sehr interessante Gespräche, ähnliche Lebenserfahrungen, Kinder in ähnlichem Alter, tolle Themen, sehr inspirierend, wir haben beide gedacht – WOW. Ähnliche Werte, Wünsche, Sehnsüchte… ich dachte schon, ja, Manfred ist es, trotz einer Entfernung von 70km. Ich habe alle anderen Chats auf Eis gelegt, war wirklich verliebt, habe mich schon im Gemüsegarten am Land statt in der Großstadt gesehen!! Ich war verliebt in eine Illusion – denn.. endlich waren wir mutig genug für ein Telefonat – augenblicklich ist der Traum zerplatzt, nach wenigen Worten – es war sofort klar, völlig andere Wellenlänge! Seither schreibe ich kurz und spreche lieber früher als später!” Alle reden durch einander – sie haben ähnliche Geschichten erfahren.

Barbara, 32, ergänzt: “Ha, das könnte von mir sein – fast genau so ist es mir auch passiert – erst tolle Nachrichten, voll meines, dann war das ein Typ, der eine … räusper…. ungebildete Aussprache hatte, ja, vielleicht hart, aber sorry,.. geht nicht!” Lala, 54, lacht auf und meint: “Ich sage euch – tolle Gespräche am Telefon sind auch nur ein nächster Schritt – aber wohin?. Ich habe Christian getroffen, nach einigen sehr inspirierenden Telefonaten, das Treffen war auch interessant – die Chemie hat trotzdem nicht gestimmt – vielleicht hätten wir eine Telefonbeziehung führen sollen, haha, die Gespräche waren wirklich gut – ich vermisse sie beinahe!”
In Wahrheit lernen alle in dieser träumerischen Annäherungsphase viel über die eigenen Sehnsüchte, Wünsche, Träume, ja auch Bedürfnisse – noch gibt es sehr viel Projektionsfläche – aber kein reales Gegenüber.

Die unglaublichen Erwartung an ein erstes Treffen

Alle Frauen treffen – nach anfänglicher Zurückhaltung – lieber früher als später persönlich den Mann. Mit einer „Wisch & weg“ Partnereinstellung, wird sogar ein erstes Treffen zu einer echten Herausforderung. Völlig überhöhte Erwartungen haben alle Frauen festgestellt – die gibt es bei ihnen selbst, und auch bei den Männern. Alle sind aufgeregt – manche sprechen es auch aus, was augenblicklich entspannen kann.
Judith, 38, meint, “Ich weiß sofort, ob er eine Chance hat, oder nicht! Ehrlich, ich erwarte mir wirklich gleich eine bestimmte Anziehung, die in Richtung Verliebtsein geht – oder nichts. Ja, das kann ein Frühstück, einen Museumsbesuch oder Spaziergang lang abgecheckt werden – wie und worüber können wir reden, lachen, wie flirten… aber Freunde habe ich genügend – ich will gleich wissen, probieren wir eine Beziehung oder nicht!” Hier sind sich nicht mehr alle einig.

Pixi, 44, meint – “Sorry, aber da bin ich ganz anders. Ich gebe einem netten Mann, der mir nicht gleich Herzerl in die Augen zaubert, schon noch Chancen, aber klar, nicht ewig, es warten ja noch andere. Vor diesem Online-Dating hatte ich aber ganz real mal einen wirklich netten Kollegen, über Jahre, netter Kerl. Dann hat es plötzlich “Zoom gemacht” und wir waren immerhin 3 Jahre ein Paar. Geht so etwas heute noch?”

Wer eigentlich macht hier den Druck?

Lala wird ein bisschen melancholisch: ” Judith, ich war genau so wie du. Dachte erst, alle Männer sind auch so. Dabei hatte ich das enorme Tempo vorgegeben, mich selbst völlig unter Druck gesetzt. Ich war die, die beim ersten Treffen entschieden und dann auch gleich gnadenlos verabschiedet hat. Seltsamer Weise ist mir dann ein Mann, den ich – eine Woche tolle Telefonate und Chats – beim realen Treffen zuerst besonders interessant und attraktiv gefunden habe, recht rasch zu viel geworden. Ich habe das Treffen beendet und aus. Ich hatte nicht bedacht, dass auch ein Mann echt unsicher sein kann, vielleicht zu viel spricht.. oder Blödsinn.. ich habe sofort verabschiedet… Wenn ich ehrlich bin, geistert er mir nach mehreren Wochen immer noch im Kopf herum… soll ich mal anrufen und spontan auf ein Glas Wein gehen?”

Das Balz- und Paarungsverhalten Erwachsener

Jetzt meldet sich Sara wieder zu Wort “Ganz ehrlich, Lala, worauf willst du warten? Was gibt es zu verlieren? Wir sind alle erwachsen, jeder halbwegs intelligente Mensch auf diesen Plattformen, weiß worum es geht. Hast du seine Telefonnummer? Ja, dann schreib ihm einfach sowas wie – Hast du Lust auf ein Glas Wein, es würde mich freuen. Ich danke in jedem Fall für deine Antwort.”

Viele machen sich nicht mehr die Mühe, jemanden mit all seinen Schichten wirklich kennen zu lernen, sondern „wissen“ gleich, dass es „eh wieder nix ist“. Es “muss” in jedem Fall schnell gehen, weil wir glauben, keine Zeit zu haben, Eigenheiten, Andersartigkeit und vermeintliche Makel passen nicht ins perfekte Bild. Der Mensch umgibt sich gerne mit Gleichgesinnten, dadurch wird die eigene Lebenseinstellung, Sichtweise gut gestärkt und wir müssen uns nicht selbst so oft hinterfragen, fühlen uns gestärkt und vermeintlich sicher. Das läuft meist unbewusst ab.

Auf der einen Seite fühlen wir uns gerne sicher, wiederholen deshalb Bewährtes, vielleicht wollen wir uns mit dem, was wir so gut kennen und können sogar zu einer Art „Expertentum oder einer Meisterschaft“ weiterentwickeln. Wir finden dann so gut wie immer Bestätigung für das, was wir schon kennen und wissen. Beziehung kann leicht zur „Dienstleistung“ degradiert werden, die gewisse Kriterien erfüllen muss.
Auf der anderen Seite macht uns gerade das Neue, das Unbekannte, das Überraschende so lebendig.

Wie kann es entspannter gehen?

Da ist Barbara, die jüngste in der Runde, ganz erstaunt und sagt – “Hey, Mädels, was tut ihr euch an? Die ersten Treffen sind bei mir immer zeitlich begrenzt, ich nehme mir nur 2 – 3 Stunden Zeit und nehme mir danach etwas schönes vor, auf das ich mich freue, Kino mit Freundin, Sport oder Badewanne mit mir selbst, egal, aber da bin ich beinhart. Ich sage vorher auch – ich habe Zeit bis dahin und bleibe dabei. Das Open end überfordert uns doch alle!! Wenn man sich sympathisch findet, gibt es sowieso ein neues Treffen. Dann wissen wir schon, wen wir treffen… wenn es gefällt, laufen lassen. Wir sind doch alle nicht wir selbst in solchen Situationen!”

Mit diesem gelungene Schlusssatz geht es in die nächsten Dates… to be continued…

ALLE PERSONEN UND HANDLUNGEN SIND ERFUNDEN, der Beitrag wurde von mir aus verschiedenen Erfahrungen frei gestaltet. Jede Ähnlichkeit mit realen Personen ist zufällig.

Vom ICH… zum WIR…

… zu einem WIR, in dem das ICH genügend Raum findet und verbunden ist …

… in jedem Fall sind es liebevolle und positive Beziehungen, die unser Leben freudvoll machen. Es ist das, was letzten Endes wirklich zählt. Ob wir gemeinsam in Partnerschaft wachsen wollen oder Projekte in Netzwerken oder Unternehmen realisieren, vertrauensvolle Beziehungen machen den entscheidenden Unterschied, ob es uns freut, es uns damit gut geht und ob es gelingt.

Ich biete Paar-Coaching und -Beratung an, zum Beispiel um den Alltag wieder mit Freude und Lust zu gestalten oder gemeinsam Herausforderungen gut zu meistern.

Patentrezept für eine gelungene Beziehung?

Was macht eine gelungene Beziehung aus?

Patentrezept gibt es leider keines, sagt man – oder vielleicht doch?

Viele Menschen meinen, es ist “harte Arbeit“, eine gute Liebesbeziehung zu führen, andere genießen überwiegend gute Zeiten mit einander. Warum diese großen Unterschiede?

Für mich gibt es eine essentielle Sache: Ehrliches Interesse an einander. Das bestätigt auch der US-Psychologe John Gottman (z.B.: Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe) in seinen Forschungen. Er meint, die Art der Kommunikation kann der wichtigste Schlüssel zu Verbundenheit und Glück sein.

Werden Probleme und Lösungen gemeinsam diskutiert? Alltagserlebnisse geteilt? Interessiert mich wirklich, was meinen Partner beschäftigt? Bin ich neugierig herauszufinden: Was geht in dem anderen vor? Wieso verhält er sich, wie er sich jetzt verhält? Wie kann ich ihn unterstützen? Das ist eine gute Basis für ein Miteinander, sie stärkt und nährt das Gefühl, das Leben gemeinsam zu gestalten.

Missachtung hingegen ist der häufigste Trennungsgrund

Wenn Paare nicht miteinander reden, ihre Gedanken zurückhalten und nicht mitteilen, sich scheinbar nicht wirklich für die Gefühle und Ereignisse im Leben des anderen interessieren, macht es unglücklich. Dann machen die Partner Probleme mit sich selbst aus (oder auch mit außenstehenden Personen). Ganz egal, ob sie die Partnerschaft betreffen oder andere Lebensbereiche. Manchmal teilt man sich auch nicht mit, um den anderen nicht zu belasten. Fatal – das kann einer Beziehung nur schaden. Das ist wie Mauern bauen, das tut weh.

Um Streit , Missverständnissen oder gar einer Trennung vorzubeugen, ist also ein ehrlicher, offener Austausch wirklich, wirklich wichtig!  Nur dann kann man den Partner verstehen und als Paar wirklich wachsen, stark sein und Herausforderungen gemeinsam meistern. So hat man ja meist auch mal zueinander gefunden…

 

Die Liebe: Haben oder sein? – Gehen oder bleiben?

Zeit des Umbruchs. Derzeit geht es geballt im Coaching um das Thema Beziehung und was eine gute Beziehung ausmacht. Es geht um Gehen oder Bleiben.

Ob nach 2, 7, 13 oder 30 Jahren, die Frage die alle beschäftigt: “Wir hätten es uns doch wirklich schön machen können, warum haben wir es nicht schön??!!” Oft dann der Nachsatz: wir haben eine tolle Wohnung, können uns ein gutes Leben leisten, haben Kinder und einen stabilen Freundeskreis. Aber trotzdem, es ist unendlich traurig … es geht uns nicht gut, garnicht gut.

Gehen: Eine Klientin, 37, kam und erzählte, sie und ihr Mann gingen sich sehr erfolgreich, eigentlich schon seit ungefähr einem Jahr, mehr oder weniger aus dem Weg. Als ob sich von alleine etwas verbessern hätte können. Sie hatte ewig keine Ahnung mehr, was ihn eigentlich beschäftigt, er erzählte nichts von sich persönlich. Sie dachte, er hat Stress im Job, er wollte seine Ruhe. Irgendwann fragte sie auch nicht mehr und hatte kein Bedürfnis mehr von sich zu erzählen. Es wurde ein, oft höfliches, Nebeneinander. In dieser Beziehung herrschte leider zu lange Stillstand.

Es hat viele, viele Monate und vergebliche Versuche von Annäherung gebraucht, bis ihr bewusst war, dass die Luft tatsächlich zu eng zum Bleiben wurde. Es ist für beide traurig, wie es ist. Sie bemühen sich gerade sehr, sich auf eine gute Trennung ohne weitere große Verletzungen zu einigen. Nicht nur der Kinder wegen. Vor allem, weil sie im Grunde dankbar sind, dass sie auch viele Jahre eine gute Zeit miteinander hatten.

Bleiben: Ein Klient, 52, meinte vor Kurzem, “Meine Frau und ich funktionieren perfekt, vor allem nach außen, aber ich spüre sie nicht mehr. Letztens habe ich in der U-Bahn zufällig eine alte Bekannte getroffen, wir konnten innerhalb von 5 Minuten herzlich miteinander lachen. Erst da ist mir aufgefallen, wie leer meine Ehe mittlerweile ist. Die Begegnung hat mich erinnert, dass ich noch andere Seiten habe, als nur zu funktionieren. Ich will wieder mehr Spaß, mehr Leben, geht das noch mit meiner Frau?”

Dieses Paar hat mehr Glück. Beide wollen wirklich wieder lebendig und miteinander glücklich sein und nähern sich neugierig/vorsichtig wieder an. Sie verändern bewusst ihren Alltag, reservieren mehr Zeit für einander, für schöne Erlebnisse und holen sich Unterstützung. Die Chancen stehen sehr gut, dass dieses Paar seine Beziehung wieder bewusst belebt und ein freudiges Miteinander in ihr gemeinsames Leben bringt.

Viele Paare haben viel (Besitz) und sind zu wenig (emotional verbunden). 

Wie Hartmut Rosa (Soziologe, Autor) so treffend sagt: Ein gelungenes Leben ist keine Frage der Ausstattung, sondern eine Frage der Beziehungen. In einer guten Beziehung lasse ich mich berühren, möchte den anderen erreichen, erreicht werden, Verbundenheit spüren.

Das ist eine wunderbare Basis für aktive, lebendige Beziehungen! Viel Erfolg!