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Lebendich steht für Lebendig. Für Lebend ich.
Für Leben dich. Für..????

Das Zaubermittel in Beziehungen: Klarheit

Hier auch als Hör-Blog:

Wie gut und klar wir kommunizieren ist ein heißes Thema in jeder Art von Beziehung – ob in einer Liebesbeziehung oder Freundschaft, im Umgang mit Familie oder KollegInnen.

Alles ganz einfach – theoretisch

Eigentlich ist klare Kommunikation ganz einfach – wir überlegen, was uns wichtig ist, spüren selbst gut, was wir wollen. Wir finden wertschätzende Worte auf Augenhöhe, den passenden Zeitpunkt und hören gut zu, was andere sagen. Wir lassen einander ausreden, haben Humor. Wir wissen, der andere erzählt mir etwas von sich. Das ist ein Geschenk und kein Angriff auf meine Person. So kann sich ein guter Dialog zum Wohle aller entfalten. Wir müssen nicht immer einer Meinung sein. Wir wollen aber, dass es allen gut geht und finden für alle beteiligten passende Wege, auch gemeinsame.

Herausforderungen der Kommunikation

Allerdings läuft es jedoch meist ganz anders. Wir haben Erwartungen, die uns oft selbst gar nicht klar sind. Und selbst wenn, sprechen wir Dinge nicht aus, um andere nicht zu verletzen oder weil wir sie als nicht wichtig empfinden. Wir erklären oft nicht, was uns gerade durch den Kopf geht, sind nur körperlich anwesend, aber nicht emotional oder geistig.

Oft interpretiert der eine das Verhalten des anderen in seine eigene (Gedanken-) Welt hinein und fertig ist eine Verunsicherung, die wegen mangelnder Klarheit Ärger verursachen kann. Oft hören auf zu fragen, wenn wir keine Antworten bekommen. Wir gewöhnen uns vielleicht an, um den heißen Brei zu reden oder interpretieren die Mimik des anderen. Wir bilden uns eine Meinung und sagen: “der/die andere ist so oder so!”. Die Filterbrille sitzt fest auf der Nase. Andere verpacken ihre Wünsche so, dass sie wie Manipulationen herüber kommen. Das alles reißt Gräben auf, verhindert Wohlbefinden und ein freudiges Miteinander.

Wie viel Klarheit haben wir gelernt?

Viele von uns haben als Kind – ein paar kenne ich auch persönlich – beispielsweise immer wieder Sätze gehört  wie “Sei nicht so direkt!” “Du bist ein Elefant im Porzellanladen, das sagt man nicht, das denkt man nur!” “Musst du wirklich alles verstehen?” “Das darfst du dem/der aber nicht sagen.” “Du bist viel zu ehrlich!” “Musst du mich immer wieder daran erinnern?” “Sei nicht so frech.” “Sei still.” Kennt ihr das? Welche hast du noch im Ohr?

Was hindert uns an klaren Worten?

Natürlich prägt uns, mit welcher Kommunikation wir aufgewachsen sind. Ganz schnell lernten wir, welche Aussagen und Worte gut ankommen, gehört werden und welche nicht. Also lernten wir, was “richtig und falsch” ist, was andere gerne hören, was wir besser bleiben lassen. Und was wir tun mussten, um die Aufmerksamkeit zu bekommen, die wir haben wollen – und auch wirklich brauchten. Aber was, wenn das alles gar nicht mehr stimmt, ja vielleicht nie gestimmt hat?

Kommunikationsmuster klar machen, die Angst ablegen lernen

Es gibt – für die die wollen – viel Literatur zum Thema, aber auch einige ganz hilfreiche Tipps, um klare, einfache und ehrliche Kommunikation zu üben und zu praktizieren. Ja, wenn wir uns mit unseren Bedürfnissen ehrlich zeigen, macht uns das auch verletzlich, es ist jedoch auch eine wertvolle Möglichkeiten, einander wieder näher zu kommen. Das bringt frischen Wind in jede Beziehung. Brauchst du etwas mehr Mut? Schau mal, welche Tipps für dich heute passen könnten!

10 Inspirationen für dich selbst und los geht´s!

  • Mit welcher Einstellung gehe ich in das Gespräch?
  • Möchte ich das für mich oder mit anderen klären?
  • Was wünsche ich mir WIRKLICH, was tut mir und auch uns gut?
  • Was möchte ich EHRLICH und klar sagen?
  • Wie soll das Gespräch – im Sinne eines miteinander – ausgehen?
  • Kann ich das als Wunsch äußern statt als Forderung?
  • Wie kann ich das WERTSCHÄTZEND und klar formulieren?
  • Bin ich NEUGIERIG auf die Meinung des/der anderen?
  • Der andere erzählt mir von sich, nicht mehr und nicht weniger. Aha, so sieht er/sie das.
  • Bei besonderen Wünschen: wann ist ein guter Zeitpunkt?

Viel Freude und Inspiration. Wenn du Begleitung wünscht, melde dich gerne! 

Wenn du über “die Sehnsucht nach der Lust auf Sex” lesen möchtest, hier der Link zu meinem Artikel im WOMAN!

Liebe mit Leidenschaft leben

Auch als Hör-Blog (9:36)

Kann man beständig lieben und lustvolle Leidenschaft leben? Zeitgleich? Mit ein und derselben Person? Man sagt, die Liebe hat (Sicherheit) und die Leidenschaft will (Begehren). Wie kann man etwas begehren, das man schon “hat”? In meinem letzten Blogartikel habe ich mich mit einer Leidenschaft befasst, die einem zufliegen kann, meist ungeplant, die wie von selbst passiert. Von einem Rauschzustand. Von einer Flamme, hell lodernd – vor allem wenn etwas neu und aufregend ist und man Leidenschaft durchaus mit Liebe verwechseln kann… Heute widme ich mich der

Leidenschaft, die durch Liebe lebt

Lust, Begehren, Leidenschaft – vergleichbar mit einer warmen Glut, die nach einer hellen Flamme bleibt, die man immer wieder entfachen möchte. Wie das gehen kann? Haben Sie schon mal einen Ofen geheizt? Eine Flamme entfacht und dann versucht, aus der Flamme richtiges Feuer zu machen? Ein Feuer, das Glut entwickelt, sodass Sie sich wärmen können und genießen? Um bei diesem Bild zu bleiben, so ein Feuer benötigt gerade zu Beginn etwas Geduld, immer wieder Aufmerksamkeit und neues Brennmaterial. Es geht um den richtigen Mix aus großen Holzscheiten, kleine Ästen die besonders knistern und allem möglichem anderen, manches duftet, anderes zischt… Stabiles Feuer braucht stabile Bedingungen und immer wieder Aufmerksamkeit sowie genügend Sauerstoff, damit es brennen und immer wieder lodern kann… ohne Luft kein Feuer.

Warme Öfen haben etwas sehr entspannendes…

… man möchte sich anlehnen, es ist wohlig, vielleicht gemütlich. Das, was so einladend und kuschelig ist, so gut tut, uns nährt, wärmt und entspannt, kann auch schlapp und müde machen, einschläfernd wirken… Auch das tut gut, wenn wir rechtzeitig wieder aufwachen und nicht vergessen, uns um die Glut zu kümmern. Sie will immer wieder gefüttert werden, möchte neu entfacht werden, nochmal ein gutes Stück Holz verschlingen, mehr Luft um zu lodern oder auch weniger. Wenn es um Lust und Leidenschaft geht, erwarten viele Menschen, dass alles von selbst passiert.

Runners High am Sofa?

Wir warten quasi darauf, dass der Körper ein „Runners-High“ produziert – das ist ein Endorphin-Push, der entstehen kann, wenn wir unsere Grenzen gedehnt haben, der uns glücklich macht – während wir im Jogger vor dem Bildschirm am Sofa lümmeln.
Dieses Bild bringt auch Sie zum Lachen? Jeder Mensch, der etwas Neues gelernt hat, ob zum Beispiel ein Instrument, eine Sprache, ein Handwerk oder Sport weiß, man kann mit einer gewissen Konsequenz wirklich Außergewöhnliches erreichen und manchmal auch über sich hinauswachsen. Jeder, der sich mit Kondition und Können befasst hat, weiß – ohne Dranbleiben kein Erfolg. Der Körper, unser Gehirn und auch die eigene Laune sind gerade zu dankbar, wenn sie etwas gefordert werden und wir uns richtig lebendig fühlen. Nein, ich möchte nicht unromantisch sein, aber…

… wenn Sie etwas Neues leben wollen, müssen Sie Ihre Komfortzone verlassen. PUNKT.

Auch Lust und gute Sexualität, sowie eine gute Beziehung zu leben, sind Fragen der bewussten Entscheidung. Geben Sie noch Gestaltungsmöglichkeiten, gute Kommunikation, Commitment und Kreativität dazu, Liebe und Freude und manches anderes mehr, dann sind Sie auf einem sensationellen Weg. Man sagt, die Liebe hat und das Begehren will. Wie kann man etwas begehren, das man schon hat? Eine Schlüsselfrage dazu ist: sehen und erleben Sie die schönen Seiten noch, die früher Begeisterung ausgelöst haben? Feiern und genießen Sie einander noch, können Sie sich gegenseitig gut spüren und Entwicklungen sehen? Gestalten Sie Veränderungen auch oder passieren diese einfach? Oder ist alles schon alltäglich und wird erst wieder bemerkt, wenn es nicht mehr da ist?

Glücklich machende Sexualität ist selten…

…ein dauerhaftes, zufälliges oder von selbst laufend eintretendes Spontan-Ereignis. Auch Romantik möchte Gelegenheit und Aufmerksamkeit genießen, Träume erkunden und entwickeln… denn auch Liebe, Lust und Leidenschaft benötigen gewisse Spielräume, Verführung, Hingabe. Von vielen Menschen höre ich – oft mit leicht entsetztem Gesichtsausdruck –

„An der Beziehung soll ich auch noch arbeiten?“

Die meisten Menschen arbeiten für Geld, Anerkennung, um z.B. etwas Sportliches zu erreichen, vielleicht um sich persönlich weiter zu entwickeln… warum geben wir oft wenig, wenn es um eine Liebesbeziehung geht? Warum lassen wir uns bei den Menschen, die uns besonders wichtig sind, so oft soooo sehr gehen? Warum lassen wir zu, dass

…Sexualität auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduziert wird?

Oder gar nicht mehr gelebt wird? Vielleicht wissen Sie, wie viel „Arbeit“ es auslöst, wenn die Liebe gegangen ist? Streitereien, schmerzliche Auseinandersetzungen, Trauerarbeit, Verluste, Trennung, Umzug, oft finanziell grundlegende Einschränkungen, weniger soziales Umfeld, wohltuende Rituale fehlen… und vieles mehr. Warum also nicht den Blick klären und in eine Liebe investieren – Zeit, Aufmerksamkeit, Zweisamkeit, Nähe, Zärtlichkeit, Zuwendung, Interesse? Warum widmen wir uns immer viel intensiver den Störfaktoren als den freudvollen Elementen? Es ist Ihre Entscheidung, Ihre Beziehung und Ihre Sexualität bewusst lustvoll zu leben und zu gestalten… möchten Sie Ihren Partner/Ihre Partnerin dazu einladen und verführen? Wie heißt es so schön –

Liebe und Freude sind die einzigen Dinge, die mehr werden, wenn wir sie teilen!

Sehr viele Paare, die länger ein Bett teilen UND glückliche Sexualität leben, hatten auch Phasen, in denen die Leidenschaft in den Hintergrund geriet. Oft weil Probleme wichtiger waren. Allerdings haben diese Paare irgendwann – bewusst oder unbewusst – beschlossen, gute und leidenschaftliche Sexualität leben zu WOLLEN und

…haben bewusst Schritte gesetzt.

Wenn wir mutig genug sind, uns wirklich auf einander einzulassen, kann eine Nähe entstehen, in der wir mit all unseren mehr oder weniger vorzüglichen Seiten gesehen und geliebt werden. Wenn wir einander ehrlich lieben und beide wohltuendes Interesse daran haben, die PartnerIn so zu fordern und zu fördern, wie er/sie wirklich sein könnte, dann entfalten wir uns und fühlen uns wohl,

dann möchten wir in der Beziehung bleiben

… auch wenn nicht immer alles harmonisch oder einfach ist. Durch Vertrauen ist viel mehr Hingabe möglich, Spielräume werden erweitert. Wenn wir uns mit uns und unserer Liebe immer wieder bewusst befassen und sie feiern, einander gegenseitig immer wieder mal wirklich neugierig und hingebungsvoll verwöhnen wollen, vielleicht sogar überraschen und neu herausfordern, ist viel mehr möglich, als wir uns je zu träumen gewagt haben.

Nein, das kann und soll kein Leistungsprogramm sein

… sondern eine bewusste Auseinandersetzung für ein waches Miteinander. “Wenn mehr Menschen ihre Sexualität wie z.B. ein Fest inszenieren würden, gäbe es viel mehr davon. Denn auch Ihr Geburtstag ist im Grunde nur ein ganz normaler Tag.” (Bettina Weidinger, ISP)

In meinem Blog – Die Lust am Sex wieder entdecken vom Juni 2018 finden Sie 6 Anregungen um Leidenschaft und Lust zu intensivieren.

Weitere Anregungen finden Sie ab 30. Jänner in meinem Buch „Finde deine Lust!“ – das Praxisbuch für weibliche Sexualität – für Frauen und Männer, die Frauen lieben.

Leidenschaft und Liebe verwechseln

…erstmals auch als Hör-Blog… (Dauer 6:40 Minuten)

Haben Sie auch manchmal richtig große Lust auf Leidenschaft? Auf dieses Gefühl, das sich kaum zähmen lässt? Manche nennen es auch Begierde. Geilheit. Ekstase. Sie kennen es…

…wenn der Herzschlag sich rasant erhöht…

das Blut durch den Körper wallt bis es in Ihren Ohren rauscht und Sie das Gefühl haben, Ihre Schädeldecke hat sich aufgelöst…? Manchmal reicht ein Gedanke… und in manchen Körperregionen wird es so heiß, dass es kaum auszuhalten ist … sich von dort aus vulkanähnliche Eruptionen von Glut und Hitze unmotiviert frei setzen… die Sie voll in Vibration bringen…

… ein Rausch von sinnlichen Gefühlen…

Sie überschwemmt und fortträgt… können Sie sich erinnern, wie es ist, wenn Sie jemanden unendlich begehren? Wenn Sie an kaum etwas anderes denken können, keinen Hunger mehr haben, kaum noch Schlaf benötigen, unendliche Energie freigesetzt wird…. ein Füllhorn von Endorphinen, Dopamin, Oxytocin, Adrenalin und allen anderen biologisch selbst produzierten legalen Drogen ihren Körper, Ihr Gehirn und Ihre Gefühle in eine Wolke aus Lava und Glitzer verwandeln…? Wenn Sie sich …

… ganz auflösen und hingeben wollen…

gleichzeitig unendlich intensiv spüren… In solchen Momenten sind Sie ganz bei sich… oder in der Erinnerung an die letzte Berührung, die Sie wie einen Schatz mit sich herumtragen… in fiebriger Erwartung an kommende Begegnungen… Sie fühlen sich komplett gesehen, begehrt, geliebt, unendlich reich, pulsierend, vibrierend…

… wach und lebendig,…

spüren sich ganz intensiv als Frau oder Mann… und möchten vielleicht nur noch verschmelzen… es ist ein Geschenk… das Sie einfach bekommen haben… nicht steuerbar… Sie lesen es heraus, ich kenne diese Gefühle auch… und – ich habe diese Phasen genossen, so wie Sie hoffentlich auch… jedoch… ich muss ehrlicher Weise sagen, …ich habe immer wieder im Laufe meines Lebens

…Leidenschaft und Liebe verwechselt

Aus meiner Arbeit mit vielen Menschen in meiner Praxis weiß ich, es ging nicht nur mir so. Ich dachte, wenn so ein enormer Rausch mich hochhebt und auflöst, mich so pulsierend lebendig macht, dann ist das Liebe. Heute weiß ich… es ist, was es ist, nämlich Leidenschaft, Anziehung, Chemie. Ja, klar, das ist eine sensationelle Möglichkeit, daraus eine Liebe wachsen zu lassen, jedoch kommt es immer wieder zu beiderseitiger Ernüchterung und Enttäuschung, wenn dieser leidenschaftliche Rausch nach spätestens wenigen Jahren nachgelassen hat. Das Geschenk der intensiven Leidenschaft war selbstverständlich…der/die jeweils “ANDERE” hat sie in uns ausgelöst, davon sind wir ausgegangen…. Die Erwartung war so auf

…den selbstverständlichen Rausch

gerichtet, dass sich beide oft nicht bemüßigt fühlen, diese Lust zu pflegen, zu nähren, vielleicht auch um etwas Gestaltbareres, Stabileres zu erweitern… gemeinsam eine Basis zu basteln, auf der ein längerfristiges, lustvolles Leben Freude macht…
Manche bemerken nach der tobenden Leidenschaft, dass es müßig gewesen wäre, eine Basis zu bauen, zu grundlegend unterschiedlich sind die Lebensentwürfe. Manche ziehen munter weiter… finden neue Leidenschaften und neuerliche Ernüchterung… und fragen sich dann… muss das immer so bleiben? Andere kommen von einer Leidenschaft kaum los… obwohl das Leben mit der begehrten Person rundherum anstrengend ist, obwohl sie wissen, es tut nicht gut und setzen damit viel Lebenszeit aufs Spiel.

Andere Menschen leben und lieben offenbar mehr

…und waren so klug rund um die Leidenschaft eine Basis zu basteln… manche verheddern sich dann “nur” an der Basis, jedoch – andere schaffen den Balanceakt zwischen Stabilität und Leidenschaft…

Wow! Da wollen wir doch alle hin, oder?

Heute weiß ich, es gibt einige Möglichkeiten Leidenschaft zu intensivieren. Wenn wir wollen, können wir wirklich etwas tun… wenn wir bereit sind, uns einzulassen, der Lust wieder Spielräume und Zeit geben… und uns zeigen, mit dem, was wir jetzt wirklich benötigen. Ob einfach mal etwas Neues (auch mit dem „alten“ Partner geht das wirklich, wenn beide wollen) oder z.b. wenn wir aktuell etwas mehr an Vertrauen oder Sicherheit brauchen, um uns wieder wirklich hingeben zu können, … oder
dass wir Groll loslassen, selbst wenn eine Verletzung immer noch schmerzt… In solchen Fällen kann uns schon

… ein bisschen Lust oder Leidenschaft Angst machen…

oder an alte Wunden erinnern, wir verlieren Kontrolle, wenn wir uns fallen lassen… Wenn wir eine tiefe Sehnsucht nach Hingabe und Lust verspüren, uns aber gleichzeitig vor ihr fürchten … tut es weh und kann uns einsam machen. Jedoch – ja, wir können die tiefen Gefühle der Lust bewusst intensivieren oder die Lust abdrehen… welche innere Haltung haben Sie? Anregungen finden Sie in meinem nächsten Blog am 21.1.2019… und

… ab 30. Jänner in meinem Buch „Finde deine Lust!“ Das Praxisbuch für weibliche Sexualität…. für Frauen und Männer, die Frauen lieben.

Auf der Suche nach Geborgenheit und Gänsehaut – Das erste Dating-Treffen

Auf der Suche nach “DEM einen Mann”… völlig neue Welten haben sich aufgetan… 5 Frauen zwischen 32 und 54 auf der Suche … auf Tinder, Parship, Wiener Singles,…

Seit den Frühlings- und Sommermonaten durfte ich einige Frauen in Beratungsgesprächen durch diverse Dating-Plattformen und Beziehungsanbahnungen begleiten. Jede einzelne der Frauen ist voll motiviert virtuell auf Partnersuche gegangen. Die Wünsche waren ähnlich, wenngleich 2 Frauen noch Kinder wollen, 3 nicht mehr.

Nach einigen Monaten mit bunten Erfahrungen lernten die Frauen einander persönlich kennen und zogen bei dem einem oder anderen Gläschen Wein eine erste schonungslos ehrliche Zwischenbilanz…

Spot on – was gesucht wurde – Scannerblick

Alle 5 wollten zu Beginn den einen besonderen Mann finden, mit dem sie zukünftig möglichst lange und stabil eine Beziehung leben wollen,…. die Wunschlisten aller Frauen sahen ungefähr so aus – eine Beziehung mit Stabilität und Freude, ähnlichen Lebensentwürfen und Interessen, der Sex muss passen, guten Gesprächen, Verlässlichkeit, ein klares Commitment für einander … Reihenfolge zufällig 😉 Allen Frauen ist aufgefallen – seit sie virtuell begonnen haben, Männer rasch einzuschätzen, als Option oder nicht, sehen sie Männer auf der Straße oder im Alltag generell anders an – mit einer Art Scannerblick.

Eine Frau wollte wollte Gewissheit über die Zukunft finden, bevor sie sich auf Zärtlichkeit und Nähe einlässt. Eine der Frauen wollte auch endlich wieder Sex, den sie Jahre vermisst hatte, und sagte am Weg zum Prinzen/König, darf es durchaus Vergnügen geben. Eine Frau überlegt, ob Polyamorie (mehrere gleichzeitig lieben dürfen) ein Lebenskonzept für sie wäre. Allen gemeinsam ist die Frage…

…wie gelingt gute Annäherung?

Alle Anbahnungen beginnen mit einem Chat, so sieht es jede Plattform vor. Weniger talentierte oder wortkarge Menschen tun sich hier schwer – Hut ab vor allen, die ehrlich sagen: schreiben ist nicht meines, lass uns reden. Ein bisschen Wortwitz und Schreibtalent sind hier eindeutig von Vorteil. Wortkarge und schreibfaule Männer haben ehrlicher Weise keine Chance – zumindest nicht bei diesem Quintett.

4 Frauen warten nach einem “Match”, dass er sich zu Wort meldet – ungefähr die Hälfte der Männer tut das auch, die andere nicht. Warum auch immer. Eine der Frauen macht das selbst. Klar, direkt: “Ich finde dich interessant – wann wollen wir uns treffen?” Das scheint vielen Männern zu direkt, die wenigsten antworten.

Träume entstehen beim Schreiben

Alle wechseln lieber rasch auf einen anderen Messenger Kanal – vorsichtige ohne Telefonnummer, andere telefonieren lieber rasch. Sara, 43, erzählt: “Unglaublich – stellt euch vor: ich habe 10 Tage mit einem Mann geschrieben, über Parship. Täglich. Mehrfach. Sehr interessante Gespräche, ähnliche Lebenserfahrungen, Kinder in ähnlichem Alter, tolle Themen, sehr inspirierend, wir haben beide gedacht – WOW. Ähnliche Werte, Wünsche, Sehnsüchte… ich dachte schon, ja, Manfred ist es, trotz einer Entfernung von 70km. Ich habe alle anderen Chats auf Eis gelegt, war wirklich verliebt, habe mich schon im Gemüsegarten am Land statt in der Großstadt gesehen!! Ich war verliebt in eine Illusion – denn.. endlich waren wir mutig genug für ein Telefonat – augenblicklich ist der Traum zerplatzt, nach wenigen Worten – es war sofort klar, völlig andere Wellenlänge! Seither schreibe ich kurz und spreche lieber früher als später!” Alle reden durch einander – sie haben ähnliche Geschichten erfahren.

Barbara, 32, ergänzt: “Ha, das könnte von mir sein – fast genau so ist es mir auch passiert – erst tolle Nachrichten, voll meines, dann war das ein Typ, der eine … räusper…. ungebildete Aussprache hatte, ja, vielleicht hart, aber sorry,.. geht nicht!” Lala, 54, lacht auf und meint: “Ich sage euch – tolle Gespräche am Telefon sind auch nur ein nächster Schritt – aber wohin?. Ich habe Christian getroffen, nach einigen sehr inspirierenden Telefonaten, das Treffen war auch interessant – die Chemie hat trotzdem nicht gestimmt – vielleicht hätten wir eine Telefonbeziehung führen sollen, haha, die Gespräche waren wirklich gut – ich vermisse sie beinahe!”
In Wahrheit lernen alle in dieser träumerischen Annäherungsphase viel über die eigenen Sehnsüchte, Wünsche, Träume, ja auch Bedürfnisse – noch gibt es sehr viel Projektionsfläche – aber kein reales Gegenüber.

Die unglaublichen Erwartung an ein erstes Treffen

Alle Frauen treffen – nach anfänglicher Zurückhaltung – lieber früher als später persönlich den Mann. Mit einer „Wisch & weg“ Partnereinstellung, wird sogar ein erstes Treffen zu einer echten Herausforderung. Völlig überhöhte Erwartungen haben alle Frauen festgestellt – die gibt es bei ihnen selbst, und auch bei den Männern. Alle sind aufgeregt – manche sprechen es auch aus, was augenblicklich entspannen kann.
Judith, 38, meint, “Ich weiß sofort, ob er eine Chance hat, oder nicht! Ehrlich, ich erwarte mir wirklich gleich eine bestimmte Anziehung, die in Richtung Verliebtsein geht – oder nichts. Ja, das kann ein Frühstück, einen Museumsbesuch oder Spaziergang lang abgecheckt werden – wie und worüber können wir reden, lachen, wie flirten… aber Freunde habe ich genügend – ich will gleich wissen, probieren wir eine Beziehung oder nicht!” Hier sind sich nicht mehr alle einig.

Pixi, 44, meint – “Sorry, aber da bin ich ganz anders. Ich gebe einem netten Mann, der mir nicht gleich Herzerl in die Augen zaubert, schon noch Chancen, aber klar, nicht ewig, es warten ja noch andere. Vor diesem Online-Dating hatte ich aber ganz real mal einen wirklich netten Kollegen, über Jahre, netter Kerl. Dann hat es plötzlich “Zoom gemacht” und wir waren immerhin 3 Jahre ein Paar. Geht so etwas heute noch?”

Wer eigentlich macht hier den Druck?

Lala wird ein bisschen melancholisch: ” Judith, ich war genau so wie du. Dachte erst, alle Männer sind auch so. Dabei hatte ich das enorme Tempo vorgegeben, mich selbst völlig unter Druck gesetzt. Ich war die, die beim ersten Treffen entschieden und dann auch gleich gnadenlos verabschiedet hat. Seltsamer Weise ist mir dann ein Mann, den ich – eine Woche tolle Telefonate und Chats – beim realen Treffen zuerst besonders interessant und attraktiv gefunden habe, recht rasch zu viel geworden. Ich habe das Treffen beendet und aus. Ich hatte nicht bedacht, dass auch ein Mann echt unsicher sein kann, vielleicht zu viel spricht.. oder Blödsinn.. ich habe sofort verabschiedet… Wenn ich ehrlich bin, geistert er mir nach mehreren Wochen immer noch im Kopf herum… soll ich mal anrufen und spontan auf ein Glas Wein gehen?”

Das Balz- und Paarungsverhalten Erwachsener

Jetzt meldet sich Sara wieder zu Wort “Ganz ehrlich, Lala, worauf willst du warten? Was gibt es zu verlieren? Wir sind alle erwachsen, jeder halbwegs intelligente Mensch auf diesen Plattformen, weiß worum es geht. Hast du seine Telefonnummer? Ja, dann schreib ihm einfach sowas wie – Hast du Lust auf ein Glas Wein, es würde mich freuen. Ich danke in jedem Fall für deine Antwort.”

Viele machen sich nicht mehr die Mühe, jemanden mit all seinen Schichten wirklich kennen zu lernen, sondern „wissen“ gleich, dass es „eh wieder nix ist“. Es “muss” in jedem Fall schnell gehen, weil wir glauben, keine Zeit zu haben, Eigenheiten, Andersartigkeit und vermeintliche Makel passen nicht ins perfekte Bild. Der Mensch umgibt sich gerne mit Gleichgesinnten, dadurch wird die eigene Lebenseinstellung, Sichtweise gut gestärkt und wir müssen uns nicht selbst so oft hinterfragen, fühlen uns gestärkt und vermeintlich sicher. Das läuft meist unbewusst ab.

Auf der einen Seite fühlen wir uns gerne sicher, wiederholen deshalb Bewährtes, vielleicht wollen wir uns mit dem, was wir so gut kennen und können sogar zu einer Art „Expertentum oder einer Meisterschaft“ weiterentwickeln. Wir finden dann so gut wie immer Bestätigung für das, was wir schon kennen und wissen. Beziehung kann leicht zur „Dienstleistung“ degradiert werden, die gewisse Kriterien erfüllen muss.
Auf der anderen Seite macht uns gerade das Neue, das Unbekannte, das Überraschende so lebendig.

Wie kann es entspannter gehen?

Da ist Barbara, die jüngste in der Runde, ganz erstaunt und sagt – “Hey, Mädels, was tut ihr euch an? Die ersten Treffen sind bei mir immer zeitlich begrenzt, ich nehme mir nur 2 – 3 Stunden Zeit und nehme mir danach etwas schönes vor, auf das ich mich freue, Kino mit Freundin, Sport oder Badewanne mit mir selbst, egal, aber da bin ich beinhart. Ich sage vorher auch – ich habe Zeit bis dahin und bleibe dabei. Das Open end überfordert uns doch alle!! Wenn man sich sympathisch findet, gibt es sowieso ein neues Treffen. Dann wissen wir schon, wen wir treffen… wenn es gefällt, laufen lassen. Wir sind doch alle nicht wir selbst in solchen Situationen!”

Mit diesem gelungene Schlusssatz geht es in die nächsten Dates… to be continued…

ALLE PERSONEN UND HANDLUNGEN SIND ERFUNDEN, der Beitrag wurde von mir aus verschiedenen Erfahrungen frei gestaltet. Jede Ähnlichkeit mit realen Personen ist zufällig.

Die Lust am Sex wieder entdecken

In verliebten Phasen ist Lust meist von ganz alleine stark ausgeprägt und trägt uns von einem berauschenden Augenblick, oft auch einem Höhepunkt zum nächsten. Wir möchten verführen und verführt werden, können kaum vom anderen lassen, alles finden wir toll. Wir genießen das gemeinsame Spiel.
Von inniger Zärtlichkeit und Hingabe eingehüllt, spüren wir uns selbst und den anderen intensiv und wünschen, dass dieser Zustand ewig anhält. Nach einiger Zeit ist die Situation oft eine ganz andere. Die Lust wurde vom Alltag verschluckt und wir würden manchmal – weil es so einfach wäre – gerne dem Partner bzw. der Partnerin die Schuld an mangelndem und unbefriedigendem Sex geben. Dabei tragen wir selbst auch viel dazu bei. Das schöne ist, dann können Sie auch selbst etwas zum positiven verändern!!

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